Claudia ist medizinische Kosmetikerin mit eidgenössischem Fachausweis und hat sich im Jahr 2015 ihren Traum vom eigenen Kosmetikstudio in Zürich erfüllt. Nachdem sie einige Zeit als One-Woman-Show Ihre Kundschaft bediente, kann sie mittlerweile auf die Unterstützung einer Mitarbeiterin und einer Lehrtochter zählen.

Das Élu Cosmetics Team

Élu Cosmetics hat sich vor allem auf die Bedürfnisse der Hautpflege und insbesondere auf die medizinische Kosmetik mit sogenannten Cosmeceuticals, weitere Details dazu etwas weiter unten*, zu denen auch die Fruchtsäurepeelings gehören, spezialisiert. Claudia und ihrem Team ist es ein grosses Anliegen, das bestmögliche aus einer kosmetischen Behandlung herauszuholen und individuell auf jedes Bedürfnis der einzelnen Kundin und ihrer Haut einzugehen.

Viele Leserinnen haben sich bestimmt schon die eine oder andere Frage bezüglich Fruchtsäuren gestellt und ob diese für sie in Frage kommen könnte. Claudia, die Besitzerin von Élu Cosmetics stand mir im folgenden BeautyTalk Rede und Antwort und erzählte mir über die verschiedenen Einsatzbereiche der Fruchtsäuren, was es zu beachten gibt und ob sie mit allfälligen Risiken verbunden sind.

Was sind Fruchtsäurepeelings?
Genau genommen ist die Glykolsäure (auch Alphahydroxysäure, kurz „AHA“ genannt), die einzig „richtige“ Fruchtsäure. Wie der Name schon verrät, kommen Fruchtsäuren natürlicherweise in Früchten wie Zitronen, Äpfeln oder Weintrauben vor und daraus wurden sie ursprünglich gewonnen. Es gibt aber auch noch weitere Säuren, zum Beispiel Salizylsäure (Betahydroxysäure, kurz „BHA“), Mandelsäure, Azelainsäure usw. und alle Säurepeelings werden unter dem Überbegriff chemische Peelings zusammengefasst. Mir persönlich gefällt die Bezeichnung Fruchtsäurepeeling als Überbegriff aber besser, da das Wort „chemisch“ teilweise etwas abschreckend wirken könnte 🙂

Worin besteht der Unterschied zu herkömmlichen Peelings?
Peelings, so wie man sie normalerweise kennt, sind sogenannte mechanische Peelings. Das heisst, sie beinhalten Schleifkörper, die sowohl natürlich (Zuckerkristalle, Aprikosenkerne) als auch synthetisch (Plastikkügelchen) sein können. Die Fruchtsäurepeelings sind dagegen flüssig bis gel-artig und haben keine zusätzlichen Schleifpartikel. Sie wirken lediglich, indem man sie auf die Haut aufträgt und für ca. 5-10 Minuten einwirken lässt. Die Säure kann durch ihre flüssige Konsistenz gut in die Zwischenräume der Zellen der obersten Hautschicht eindringen und die abgestorbenen Hautzellen so gut ablösen.

Und was genau ist nun der Vorteil gegenüber einem mechanischen Peeling?
Die Vorteile sind immens und die Resultate, die ich bei Kundinnen gesehen habe, sprechen für sich. Ein mechanisches Peeling hat nur eine begrenzte Wirkung, nämlich die mechanische auf der Hautoberfläche. Die Fruchtsäurepeelings dringen viel tiefer in die Haut ein und beschleunigen zusätzlich die natürliche Regeneration der Hautzellen sowie die Neubildung der Kollagenfasern. Je nach Wahl der Fruchtsäure wirken diese gezielt auf Hautprobleme wie Fältchen, Narben, Pigmentflecken, Entzündungen, erweiterte Poren, Akne, fettige Haut etc. Auch Pflegeprodukte, die nach einem chemischen Peeling aufgetragen werden, können ihre Wirkung viel besser entfalten, da die Haut um ein vielfaches aufnahmefähiger ist. Sozusagen eine Win-Win Situation für die Haut!

Vorher/Nachher

Für wen eignet sich eine Behandlung mit Fruchtsäuren?
Das Tolle an Fruchtsäuren ist, dass sie grundsätzlich für jeden geeignet sind. Wer zum Beispiel unter fettiger Haut mit vergrösserten Poren und Mitessern leidet, dem würde ich eine Mandelsäurepeeling-Kur empfehlen, bei Fältchen und Narben kommt am ehesten die Glykolsäure zum Einsatz. Wenn jemand empfindliche und trockene Haut hat, kann man gut ein Peeling mit Milchsäure verwenden, da die Milchsäure eine sehr milde Säure ist, mit guter Hautverträglichkeit. Sie ist auch dafür bekannt, den Feuchtigkeitshaushalt der Haut zu regulieren: bereits Kleopatra wusste über die Wirkung der Milchsäure und schwor auf Bäder in Milch und Honig *lacht.

Es gibt aber bestimmt Leute, für die Fruchtsäuren nicht geeignet sind, oder?
Wenn zum Beispiel bei einer Kundin eine Schwangerschaft besteht oder sie stillt, dann sollte sie kein Fruchtsäurepeeling machen. Man möchte ein Kind nicht unnötig einem allfälligen Risiko aussetzen und die Gesundheit des Kindes steht immer im Vordergrund. Ein anderer Grund, ein Fruchtsäurepeeling nicht durchführen zu können, ist beispielsweise eine Allergie gegenüber gewissen Inhalts- oder Wirkstoffen. Wenn eine Kundin eine Allergie auf Nüsse hat, dann würde ich bei ihr kein Mandelsäurepeeling durchführen. Bei einer Allergie auf Aspirin, dessen Wirkstoff die Acetylsalizylsäure ist, mache ich prinzipiell kein Salizylsäurepeeling. Auch bei kürzlichen Operationen im Gesicht, akuten Entzündungen oder Ausschlägen mache ich keine Fruchtsäurebehandlung.

Vorher/Nachher

Wie läuft so eine professionelle Fruchtsäurebehandlung bei Élu Cosmetics ab?
Als erster Schritt machen wir stets eine Anamnese und eine Hautanalyse, um den Hauttyp der Kundin zu bestimmen und die Bedürfnisse der Haut zu erkennen. Es ist auch wichtig, die Wünsche der Kundin zu erfahren, damit wir die Behandlung optimal auf sie abstimmen können. Das subjektive Empfinden eines Hautproblems ist sehr unterschiedlich. Wenn eine Kundin mit ein paar Unreinheiten ein starkes Peeling gegen Akne möchte (das Acne-Peel System, unsere Geheimwaffe gegen Akne), rate ich ihr davon ab, da ein solches Peelings nur bei mittelstarker bis starker Akne indiziert ist. Ich würde stattdessen eher ein milderes Peeling vorschlagen, bei dem die Unreinheiten ebenso effektiv vermindert werden, ohne dabei gerade mit den schweren Geschützen aufzufahren.

Der Ablauf

Nach der Hautanalyse wird die Haut gereinigt, entfettet und somit auf das Peeling vorbereitet. Das Peeling selbst wird dann mit einem Pinsel oder einer Gaze auf das Gesicht aufgetragen, 5-10 Minuten einwirken lassen und danach abgewaschen und neutralisiert. Das Neutralisieren ist ein sehr wichtiger Schritt, da die Säure sonst trotz abwaschen mit Wasser noch weiterhin wirken würde, was dann zu einer Überreaktion der Haut mit Rötungen und Schuppungen führen könnte. Zum Abschluss tragen wir dann noch die Post-Peel Crystal Fiber Maske auf, die speziell auf die Hautbedürfnisse nach einem Peeling abgestimmt wurde. Sie enthält Hyaluronsäure, um der Haut Feuchtigkeit zurückzugeben sowie Urea, um sie zu beruhigen. Am Schluss tragen wir noch eine regenerierende Abschlusspflege auf und ganz WICHTIG: einen Sonnenschutz mit einem Schutzfaktor von mindestens 50.

Weshalb ist ein Sonnenschutz nach dem Peeling Pflicht? Und was sind allfällige Nebenwirkungen?
Ein Sonnenschutz ist ein absolutes Muss nach jeder Behandlung. Fruchtsäurepeelings wirken stärker als mechanische Peelings und der natürliche Eigenschutz der Haut gegenüber UVA und UVB Strahlen ist danach nicht mehr ganz gewährleistet. Um Hautschäden durch Sonneneinstrahlung zu vermeiden, ist es daher wichtig, mindestens eine Woche nach einem Fruchtsäurepeeling einen Sonnenschutz mit Faktor 50 aufzutragen. Das gilt übrigens auch für Peelings mit Fruchtsäuren, die man als Heimpflege kaufen und Zu Hause anwenden kann.

Man kann also auch gut ein Fruchtsäurepeeling zu Hause machen?
Ja, das kann man. Es gibt immer mehr Kosmetikhersteller, die Peelings und Gels mit Fruchtsäureanteil für den Heimgebrauch verkaufen. Grundsätzlich kann man gut zu Hause selbst mit solchen Produkten arbeiten, es ist jedoch wichtig, dass man die Haut damit nicht überpflegt oder überreizt. Das heisst, man sollte langsam damit anfangen und nicht gleich täglich fruchtsäurehaltige Produkte aufs Gesicht auftragen. Jede Haut reagiert anders auf Fruchtsäuren: während gewisse Menschen nichts spüren, können andere schon bei der kleinsten Konzentration ein brennen oder kribbeln verspüren. Auch bei Heimpflegeprodukten mit Fruchtsäuren gilt: am besten abends verwenden und dann tagsüber einen Sonnenschutz aufs Gesicht auftragen.

Wenn ich Fruchtsäuren zu Hause verwenden kann, wieso sollte ich dann noch zur Kosmetikerin gehen?
Fruchtsäuren für den Heimgebrauch sind von der Wirkstoffkonzentration um ein vielfaches niedriger dosiert als Fruchtsäurepeelings bei der Kosmetikerin. Für die Heimpflege empfehle ich meistens eine Konzentration von maximal 10%, je nach Fruchtsäure und Produkt. Bei Élu Cosmetics arbeiten wir mit Konzentrationen von bis zu 50%, da wir das Fachwissen für die Anwendung dafür mitbringen. Natürlich sind die langfristigen Resultate bei höheren Konzentrationen auch besser, vor allem bei Unreinheiten, Narben, Fältchen oder Pigmentflecken. Ich rate aber allen Kundinnen dringend davon ab, zu Hause mit hohen Konzentrationen zu arbeiten, da bei falschem Gebrauch und Einwirkungszeit die Haut auch Schaden davon tragen kann.

Was wären solche Hautschäden, die man bei falschem Gebrauch von Fruchtsäuren davontragen kann?
Es können beispielsweise Hyperpigmentierungen (also Pigmentflecken) auftreten, die man nur schwer wieder zum verschwinden bringt. Auch Hautschürfungen oder kleine Narben können bei nicht fachgerechter Anwendung als Nebenwirkung entstehen. Ausserdem darf man Fruchtsäuren nicht zu häufig verwenden, da die Hydrolipidemulsion (auch Hautbarriere oder Säureschutzmantel genannt) auf der Haut zu stark abgetragen wird und die Haut somit ihre natürliche Schutzfunktion gegenüber Umwelteinflüssen nicht mehr aufrechterhalten kann. Dies kann zu Allergien, Entzündungen oder Unreinheiten führen. Ich empfehle daher, jährlich eine bis zwei Kuren à 5 Behandlungen alle 2 Wochen professionell bei einer Kosmetikerin durchführen zu lassen. Somit ist auch gewährleistet, dass sich die Haut zwischen den Peelings immer wieder regenerieren kann und nicht dünn wird. Letzteres ist nämlich eine Befürchtung vieler Kundinnen: das Ausdünnen der Haut. Ich kann an dieser Stelle aber alle beruhigen: fachgerecht und in zweiwöchigen Abständen durchgeführt wird die Haut durch ein Fruchtsäurepeeling nicht dünner. Ganz im Gegenteil: die Zellregeneration wird angekurbelt und die Haut baut sich schneller wieder auf.

Gibt es zum Abschluss noch etwas, was Du uns sagen möchtest?
Während der Sommermonate würde ich wegen der starken Sonneneinstrahlung eine Pause mit jeglicher Art von Fruchtsäuren einlegen und auf herkömmliche Peelings zurückgreifen. Ab dem Herbst darf man sich dann wieder auf die Fruchtsäuren freuen – den Startschuss für Fruchtsäurebehandlungen haben wir Ende September und werden von Anfragen so richtig überrannt 🙂

__

Liebe Claudia, vielen Dank für Deine Zeit und die ausführliche und sehr detaillierte Beschreibung. Mein Interesse hast Du jedenfalls geweckt. Natürlich hoffe ich, du konntest viele Fragen meinen Lesern beantworten und mögliche Unsicherheiten nehmen.

Das Élu Cosmetics Studio ist im Herzen von Zürich an der Rössligasse 8 zu finden. Für alle Interessierten unter Euch verlose ich übrigens ein Treatment bei Claudia und ihrem Team im nächsten Newsletter 🙂 Registrieren lohnt sich 🙂

Happy Day meine Lieben

* Cosmeceuticals sind kosmetische Produkte mit medizinischen Eigenschaften. Der Begriff Cosmeceutical setzt sich aus den englischen Wörtern “cosmetics” und “pharmaceuticals” zusammen. Der Name wird für Produkte verwendet, die einen höheren Wirkstoffanteil als die klassischen Kosmetikprodukte haben – den höchstmöglichen, bevor ein Kosmetikprodukt zu einem Pharmazieprodukt wird (und dann nur noch von Ärzten verkauft werden darf). Cosmeceuticals haben die Eigenschaft, durch ihre hohe Wirkstoffkonzentration gezielt auf Hautprobleme eingehen und diese behandeln zu können, wo die klassische Kosmetik sonst häufig an ihre Grenzen stösst.

♥ In lovely Cooperation with Élu Cosmetics

Hinterlasse einen Kommentar