Heute im BeautyTalk sprechen wir über Schönheitsideale, Tipps und Tricks rund um das Thema Anti Aging & Hautpflege, den Beauty Trends 2018 und welches Geheimnis hinter perfekter Haut steckt. Dafür habe ich mir natürlich einen Spezialisten zur Seite geholt, Herrn Dr. med. Bertram, Dermatologe und Schönheitschirurg der Klinik skinmed in Aarau.

Als Schönheitschirurg haben Sie sicher ein ganz besonderes Verhältnis zum Thema “äußere Werte”, schließlich verhelfen Sie Menschen dazu, dass sie sich wohler in ihrer Haut fühlen. Was ist Schönheit denn überhaupt?

Schönheit ist einerseits messbar, andererseits aber auch etwas sehr Persönliches. Besonders symmetrische Gesichter werden als schön wahrgenommen. Es gibt im Gesicht gewisse Verhältnisse zueinander, die sich über die Zahl Phi darstellen und messen lassen. Phi ist die Verhältniszahl des Goldenen Schnittes. Ich persönlich empfinde aber Schönheit als etwas sehr Individuelles. Es ist meines Erachtens auch enorm wichtig, diese Individualität beizubehalten. Für unsere Kultur wäre es ein grosser Verlust, wenn wir plötzlich alle vermessen werden und einem uniformen Schönheitsideal nachstreben. Darum lege ich grossen Wert darauf, die individuellen Schönheitsbedürfnisse und Ansprüche meiner Patientinnen und Patienten immer mit zu berücksichtigen.

Welche Schönheitsoperation führen Sie momentan am häufigsten durch? Welche aktuellen Trends zeichnen sich ab?

Ziel der modernen Schönheitschirurgie sind harmonische und balancierte Ergebnisse. Übertriebene Schönheitseingriffe sind unerwünscht, ein natürliches Aussehen steht im Zentrum. Von den Methoden her liegen die nicht chirurgischen Eingriffe im Trend: Gute Hautpflege, kleinere Eingriffe wie Laser und Peelings sowie wohldosierte Unterspritzungen mit Botulinumtoxin oder Hyaluronsäure. Gerade mittels Unterspritzungen erzielen wir sehr schöne Ergebnisse, ohne ein Gesicht zu «verfälschen». Bei den chirurgischen Eingriffen geht der Trend hin zu minimalinvasiven Methoden: Immer kleinere Schnitte, immer sicherere und schonendere Eingriffe. Wir führen vermehrt Fadenliftings durch, ebenfalls eine sehr schonende Methode, mit der das Gesicht deutlich aufgefrischt werden kann. Die hohe Nachfrage können wir durchaus als Trend bezeichnen.

Sie sind aber nicht nur Schönheitschirurg, sondern auch Dermatologe. Kann man die Hautpflege übertreiben? Gibt es sozusagen eine „Überpflege“ für die Haut?

Wie bei der Schönheitschirurgie ist es auch bei der Hautpflege wichtig, das Richtige zu tun und eine gute Balance zu finden. Hautpflege kann sehr viel Positives bewirken, aber sie muss gezielt und auf das persönliche Profil zugeschnitten sein. Hautpflege wird halt häufig auch übertrieben. Dies nicht zuletzt, weil ein grosser Teil der skincare Industrie propagiert, jede und jeder müsse eine möglichst umfassende Hautpflege betreiben und möglichst viele Produkte verwenden. Dazu werden dann immer neue Produkte erfunden, um den Markt damit zu fluten. Aber: Zuviel Pflege, Reinigung und zuviele Peelings schwächen irgendwann die Hautbarriere und es kommt zu Irritationen und Infektionen. Jede zehnte Patientin unserer Klinik zeigt Zeichen einer falschen oder übertriebenen Hautpflege.

Behandlungszimmer Skinmed

Welchen Einfluss haben Ernährung, Sport und Stress auf die Haut?

Gesunde Ernährung, genügend Sport und möglichst wenig Stress sind grundsätzlich sehr wichtig für die Gesundheit unseres gesamten Organismus – und sichtbar auf der Haut. Man weiss heute, dass Stress einen sehr grossen Einfluss hat, er ist an der Haut sogar messbar. Bei starkem Stress ist der Hautwiderstand reduziert, es kommt zu Ekzemen und Überempfindlichkeiten. Aber auch freie Radikale bilden sich durch Stress und das führt zu Zellschäden und einer vorzeitigen Hautalterung. Eine gesunde Ernährung sollte aus unverarbeiteten und frischen Lebensmitteln bestehen und reich an Vitaminen, Antioxidantien und Flavonoide (Pflanzenstoffe) bestehen. Eine ungesunde Ernährung mit z.B. viel Industriezucker, gesättigte Fettsäuren, Weissmehl und dergleichen führt dazu, dass durch den Abbau-Stoffwechsel gewisse Entzündungsprozesse im Organismus und in der Haut stattfinden. Die Kollagen- und Elastinfasern verkleben und die Faltenbildung wird gefördert.

Inwiefern sollten unterschiedliche Hauttypen bei der Pflege berücksichtigt werden?

Für uns Dermatologen gibt es zusammengefasst vier Hauttypen: Trockene Haut, normale Haut, ölige Haut und Mischhaut, letzteres ist eine Mischung aus den drei erstgenannten Hauttypen. Die individuelle Hautpflege sollte sich unbedingt nach den Hauttypen richten. Wer eine ölige Haut hat, sollte auf fettige Pflegeprodukte verzichten, sonst kommt es zu einem Ungleichgewicht und es können Pickel entstehen. Trockene Haut sollte hingegen mit wertvollen Fetten und Ölen gepflegt werden, die so formuliert sind, dass sich die Hautfettschicht mit ihren wertvollen Ceramiden und Squalenen optimal nachbildet.

Gibt es einen Geheimtipp für gesunde und schöne Haut?

Es gibt nicht den einen Geheimtipp. Das Beste ist nach wie vor ein gesunder Lebensstil mit entsprechender Ernährung und einem frühzeitigen mehrdimensionalen Hautschutz. Dazu gehört ein adäquater Sonnenschutz, aber auch Schutz vor modernen Einflüssen wie Bluelight und Feinstaub. Und viel Wasser trinken! Das hilft, den Stoffwechsel in Form zu halten und Gifte aus dem Körper zu spülen.

Skinmed Praxis

Thema Anti-Aging: Was kann man gegen frühzeitige Hautalterung tun?

Prävention: Wenn der Hautalterungsprozess schon fortgeschritten ist, lässt sich das Hautbild viel schwerer korrigieren, als wenn man ihm rechtzeitig Sorge trägt. Prävention heisst Sonnenschutz, Schutz vor anderen Umwelteinflüssen, Verzicht auf Nikotin und Industriezucker.

Welches sind die absoluten NoGo’s der Hautpflege?

Die bereits erwähnte Überpflegung, zu häufiges Reinigen & Peelen und das Belassen des Make-ups über Nacht sind ein NoGo, denn sie führen über verschiedene Prozesse immer wieder zu einem Ungleichgewicht oder einer Verunreinigung der Haut und Hautflora. Bakterielle Entzündungen und Pigmentstörungen sind nur ein Teil der möglichen Folgen. Auch werden oft für den entsprechenden Hauttyp zu fettige Cremes verwendet, was zu verstopften Poren und letztlich zu Infektionen führt.

Nach dem No-MakeUp-Look: Was ist der Beauty-Trend 2018?

Ich sehe einen deutlichen Trend in Richtung «Anti-Pollution»: Unser Bewusstsein verschärft sich – wie bereits erwähnt – vermehrt in Richtung Prävention vor städtischen Umwelteinflüssen wie Feinstaub, Bluelight (Tablets, Smartphones) und Infrarotlicht (Fernbedienungen, Heizungskörper).

Nochmals kurz zusammen gefasst:

Die richtige Hautpflege ist und bleibt das A und O. Wir können uns schon in den frühen Jahren einen grossen Gefallen tun, wenn wir unsere Haut entsprechend pflegen, schützen und einen gesunden Lebensstil pflegen. In Zukunft wird in der Medizin immer mehr möglich sein, trotzdem sollten wir uns immer bewusst sein, dass wir sehr viel selber beitragen können.

Vielen Dank Herr Dr. med. Bertram für ihre Zeit und die spannenden und hilfreichen Details zu unserer Haut, der Hautpflege und der Prophylaxe. Ich werde mir definitiv den Punkt mit dem genügend Trinken zu Herzen nehmen.

Happy Day meine Lieben

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